JAN GIEBEL | EXHIBITION FOLDER MEISTERSCHÜLERPREIS | 2017

Gary Schlingheiders plastische Arbeiten sind wie abstrakte Zeichnungen, die ihren Bildgrund verlassen haben, um als dreidimensionale Objekte eine erfahrbare Präsenz im Raum zu erlangen. Sie bestehen zumeist aus Vierkantstahlrohr, das zu einer geschlossenen Form verarbeitet wird. Grundlegend für diesen Prozess ist die Auseinandersetzung mit alltäglichen Dingen. Diese reduziert er auf ihre Umrisslinien und entwickelt sie zeichnerisch zu neuen abstrakten Formen weiter. Durch die geringe Materialstärke des umlaufenden Stahlrohrs entstehen flächige Plastiken mit einer Hauptansichtsseite, die zum einen eine harte Kontur aufweisen und zum anderen eine Leerform mit derselben Konturierung einschließen. Trotz ihres skulpturalen Charakters thematisieren die Objekte auch wesentliche Fragen der Malerei, wie z. B. den Umgang mit Farbe, Form, Struktur und Rahmung.